Freitag, 10. November 2017

Trauriger Rekord

Befristungen - ein Hemmschuh für die Lebensplanung

Einst waren Menschen jahrzehntelang in einem Unternehmen beschäftigt. Oftmals wurde man nach der Ausbildung im Betrieb übernommen oder wurde nach einer dreimonatigen Probezeit fest eingestellt und blieb dort bis zum Renteneintritt beschäftigt.
So war die eigene Zukunft planbar.
Heute sieht die Situation ganz anders aus. Fast märchenhaft erscheint einem die Vorstellung einer dauerhaften Beschäftigung.
Für immer mehr Menschen, vor allem für die junge Generation, ist die Arbeit unsicher geworden. Das liegt vor allem an den Befristungen, in allen Bereichen, in der Wirtschaft, aber auch im öffentlichen Dienst.

Drastischer Anstieg
Der Anteil an Befristungen an allen sozialversicherungspflichtigen Neuanstellungen in deutschen Unternehmen hat im letzten Jahr drastisch zugenommen: 45 Prozent der neu eingestellten Beschäftigten haben 2016 nur einen befristeten Arbeitsvertrag erhalten. Das sind 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zahlen gehen aus einer aktuellen Stellenerhebung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt - und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hervor.

Trauriger Rekord
2015 erhielten bei den 25 - 29-Jährigen 47 Prozent einen befristeten Arbeitsvertrag, 2016 stieg diese Zahl bereits auf 50 Prozent. Bei den unter 20-Jährigen bekamen im vergangenen Jahr 59 Prozent nur eine befristete Anstellung.
Dieser traurige Negativrekord sorgt dafür, dass bereits der Eintritt ins Berufsleben derart unsicher ist, dass Familienplanung oder zukünftige Projekte, wie beispielsweise der Erwerb einer Immobilie als Altersvorsorge, undenkbar geworden sind.

Der Gesetzgeber ist gefragt
Die Wirtschaft hat nicht vor, diese Situation freiwillig zu ändern.
Befristungen dienen als Mittel zum Zweck: sie stellen eine willkommene Ausdehnung der Probezeit dar, dienen der flexiblen Unternehmensplanung.
Dieses Mittel wird so lange missbraucht, bis der Gesetzgeber dem Ganzen ein Ende setzt.

ver.di will deshalb die sachgrundlose Befristung abschaffen und den Katalog der Sachgründe für eine Befristung eingrenzen, damit unbefristete Beschäftigung wieder zur Regel wird.

Quelle: Publik 06/2017

Mittwoch, 1. November 2017

Mehr bezahlbarer Wohnraum!

Mangelnder bezahlbarer Wohnraum galt lange als Problem von gestern. Wohnungen schien es genug zu geben. Der demografische Wandel sollte zusätzlich entlasten. Folglich kürzte die Politik Gelder. Öffentliche Wohnungsunternehmen wurden privatisiert. Der Markt sollte es richten.

Inzwischen zeigt sich: Das war allzu blauäugig. Vor allem in Groß- und Universitätsstädten steigen die Mieten ins Unermess­liche. Spekulation greift um sich. Immer mehr Menschen mit geringen Einkommen werden aus ihren Wohnungen und Nachbarschaften ver­drängt. Die Zahl der Sozialwohnungen sinkt. Anfang der 1990er Jahre gab es laut Bundesregierung noch etwa drei Millionen Sozialwohnungen, 2013 weniger als 1,5 Millionen. Tendenz weiter fallend, zumal hier nach 2019 keine Bundesgelder mehr fließen sollen.

Überhaupt kommt der Bau neuer Wohnungen kaum voran: 2016 wurden 278.000 Wohnungen fertiggestellt – notwendig wären 450.000 pro Jahr.

Für ver.di ist Wohnen ein Menschenrecht. Und es muss bezahlbar sein. Wir brauchen daher eine wohnungspolitische Offensive: eine Stärkung öffentlicher und genossenschaftlicher Wohnungsunternehmen, mehr Neubau bezahlbarer Mietwohnungen und mehr sozialen Wohnungsbau. Der Bund muss sich weiter im sozialen Wohnungsbau engagieren. Der Verkauf öffentlicher Grundstücke muss mit klaren sozialen Auflagen erfolgen. Und das Mietrecht sowie die Mietpreisbremse müssen verschärft werden.
 
 
 

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ein Schildbürgerstreich im Landkreis-Donau-Ries?

Oder wie ein Witz zur Wirklichkeit wird!
 
Man stelle sich mal Folgendes vor.

Die politischen Vertreterinnen und Vertreter aus dem Donau Ries planen ein neues Amtsgebäude. Gesagt, getan, beschlossen. Als das Gebäude fertig gestellt wurde, stellte man fest, dass man vergessen hat, Fenster zu planen. Nun war das ganze Amtsgebäude in seiner äußeren Pracht innen dunkel. So richtig dunkel. Aber in Ihrer Güte und Weisheit hatten Sie eine brillante Idee. Man kann doch das Sonnenlicht mit Eimern in das Gebäude hineintragen. Sie versuchen es bis heute.
Natürlich kennt man diese Geschichte. Das ist ein klassischer Schildbürgerstreich.

Der Schildbürgerstreich beschreibt klassisch eine Handlung die ihren eigentlichen Zweck in törichterweise verfehlt. Sie glauben, das gibt es nur in erfundenen Geschichten?
Dann lesen Sie bitte weiter. Die Schildbürger sind überall unterwegs! Nur ist es in der realen Welt immer damit verbunden, dass es auch Leidtragende gibt.
In unserem realen Schildbürgerstreich ist in der Rolle der schlauen Schildbürger der Wirtschaftsförderverband DONAURIES e.V. Viele Persönlichkeiten wie z. B. Landrat, (Ober) Bürgermeister, Parteienvertreter, IHK, Handwerkskammer, usw. gehören dem Gesamtvorstand des Wirtschaftsförderverbandes DONAU-RIES an.

Der Wirtschaftsförderverband DONAURIES e.V. hatte einen Plan. Nachdem die Region wirtschaftlich gut aufgestellt ist, man fast an der Vollbeschäftigung dran ist und man so viele tolle regionale erfolgreiche Unternehmen hat, müsse man doch der Welt einmal im Jahr kundtun, wer denn im Landkreis Donau Ries der Top Arbeitgeber ist. Man beachte unsere Schildbürger suchen den TOP ARBEITGEBER.

Unsere Vorstellung dazu:  
Wir haben genaue Vorstellungen was einen TOP Arbeitgeber auszeichnet. Sie sicherlich auch. Und es reicht nicht nur Arbeitsplätze zu schaffen und bereitzustellen. Denn diese sind nur Selbstzweck der Arbeitgeber.

Einen Top Arbeitgeber erkennt man z.B. daran, dass er:
  • vertrauensvoll mit Betriebsrat und Gewerkschaft zusammenarbeitet
  • er fördert, dass seine Beschäftigten sich gewerkschaftlich organisieren
  • Tariflöhne und-Gehälter bezahlt
  • prekäre Beschäftigung ablehnt, wie z.B. Werksverträge und Leiharbeit
  • alle Mitarbeiter gleich behandelt
  • für die Gleichstellung von Frau und Mann ist und diese auch umsetzt
  • die Mitarbeiter nicht mit willkürlichen Lohnkürzungen bestraft
  • sich an Tarifverträge hält, usw.
Nun wie geht denn der Donau-Rieser Schildbürgerstreich weiter. Im vergangenen Jahr war u.a. einer der der TOP Arbeitgeber der Region die FA. Dehner aus Rain am Lech. Ein tarifflüchtiges Unternehmen, das auch im Umgang mit Betriebsrätinnen und Betriebsräten nicht zimperlich ist. Auch wollte das Unternehmen an 40 Sonntage im Jahr den Verkauf öffnen und somit den Beschäftigten den Sonntag als Ruhetag nehmen. Gewerkschaften lehnt das Unternehmen Sonntagsöffnung ab und die Wahl von Betriebsräten wird nicht gefördert. Befristete Arbeitsverträge stehen an der Tagesordnung.

Schöne TOP ARBEITGBER der REGION

In diesem Jahr dachten sich die Donau-Rieser Schildbürger, dass man es eigentlich noch besser machen müsste. 28 Firmen, Vereine, Verbände und Kommunen haben sich in diesem Jahr um das Label "Top-Arbeitgeber" beworben. Alle 28 Bewerber hat der Wirtschaftsförderverband DONAURIES e.V. unter dem Vorsitz von Landrat Stefan Rössle der Wirtschaftsregion DONAURIES als „TOP-Arbeitgeber ausgezeichnet. Es darf doch unter den Freunden der Wirtschaft keine Verlierer geben

Es kommt noch besser. Es wurden zu den unter anderem zu den Top Arbeitgebern gewählt:

 Die Druckerei C.H. Beck in Nördlingen zeichnet sich in folgenden Punkten aus:
  • Tarifflucht des Druckstandortes Nördlingen
  • Lohndrückerei (Stundenlöhne für körperlich schwere Arbeit von knapp über 10 Euro, die unter dem Std./Lohn von Amazon liegen
  • Massive Kürzungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld
  • Absenkung der Stundenlöhne um über 10%
  • Lohnungerechtigkeit (mindestens 3 verschieden Löhne für die gleiche Arbeit)
  • Spaltung der Belegschaft
  • Wiederholte Behinderung des Betriebsrats
  • Förderung von Leiharbeit und Werkverträgen
Und die Firmengruppe Appl in Wemding zeichnet sich in folgenden Punkten aus:
  • Tarifflucht aus allen Tarifverträgen am Standort Wemding
  • Streichung des kompletten Weihnachts- und Urlaubsgeldes
  • Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden – Arbeitsgericht stellt fest, dass die Kündigung unwirksam war
  • Behinderung der beruflichen Entwicklung des Betriebsratsvorsitzenden –  Arbeitsgericht stellt Unrechtmäßigkeit fest
  • Politik gegen Arbeitnehmer gleicht Gutsherrenart im 21. Jahrhundert

Wie war das mit dem Schildbürgerstreich?

Der Schildbürgerstreich beschreibt klassisch eine Handlung die ihren eigentlichen Zweck in törichterweise verfehlt.

Ja, ja lieber Wirtschaftsförderverband mal nachdenken was sozial und ein TOP ARBEITGEBER ist.

Und der Chef der Donau-Rieser Schildbürger, Landrat Rössle, sagt selber:
…dass das Label allein noch nicht für eine gute Unternehmenskultur in einem Unternehmen stehe…

 Ein Schildbürgerstreich im Landkreis-Donau-Ries?
 
                                     Oder wie ein Witz zur Wirklichkeit wird!



 

Samstag, 14. Oktober 2017

Internetkonzerne besteuern!

250 Millionen Euro Steuern soll der Amazon-Konzern nachzahlen. Er hatte mittels einer komplexen Konzernstruktur einen Großteil der in der EU erzielten Gewinne nicht besteuert. Die Steuerbehörden Luxemburgs hatten dies abgesegnet. Dies betrachtet die EU-Kommission als unzulässige Beihilfe. Sogar um 13 Milliarden Euro geht es im ähnlich gelagerten Fall des Apple-Konzerns in der Republik Irland. Weitere Fälle sind etwa Fiat, Starbucks, McDonald’s und GDF Suez.
Doch die Staaten, die auf die Steuereinnahmen „verzichtet“ haben, weigern sich das Geld einzutreiben. Mehr noch: Die Steueroasen Luxemburg, Irland, Niederlande, aber auch die USA bekämpfen alle Versuche, eine halbwegs vertretbare Besteuerung der Konzerne durchzusetzen. Ein besonderes Problem sind dabei Konzerne wie Apple, Google, Facebook, Microsoft. Aber auch kleinere Digital- und Internet-Unternehmen zahlen laut EU-Kommission durchschnittlich weniger als die Hälfte der Steuern, die andere bezahlen.

Ver.di fordert: Alle Arten von Kapitaleinkommen müssen vollständig der Besteuerung unterworfen werden. Die Staaten müssen sich auf eine einheitliche Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen als Mindeststandard einigen. Der Steuersatz auf Unternehmensgewinne muss mindestens 25 Prozent betragen. Bis dahin sind auf nationaler Ebene Quellensteuern auf Zins- und Lizenzzahlungen sowie auf Finanzflüsse in Steueroasen erforderlich.
 

Freitag, 6. Oktober 2017

Ganz aktuell: ver.di Augsburg kompakt - Oktober 2017!











Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die neue Ausgabe von ver.di Augsburg ist u. a. mit folgenden Themen online geschaltet:

  • Beschäftigte streiken für Tarifvertrag Entlastun
  • Drohende Abschiebung: „Keine Klinik ohne Anwar!“
  • Unternehmensberatung bei Schoder Druck – Kampf um Tarifvertrag
  • Neue Entgeltordnung

Diese Ausgabe findet ihr auch auf unserer Internetseite: www.augsburg@verdi.de  oder
https://augsburg.verdi.de/++file++59d7a5d7f7be96056047d27b/download/verdi-augsburg-kompakt-2017-10.pdf

Mit den besten Grüßen
ver.di Bezirk Augsburg




Dienstag, 26. September 2017

Schoder Beschäftigte legen Arbeit erneut für Tarifvertrag nieder!

 
Warnstreik bei Schoder Druck wird um 24 Stunden verlängert!

 Die Kolleginnen und Kollegen der Druckerei Schoder haben auf ihrer Streikversammlung am 21.09.2017 beschlossen, den Warnstreik um weitere 24 Stunden auszuweiten. Der Warnstreikaufruf wurde somit auf 48 Stunden ausgeweitet.

In großer Geschlossenheit votierten die Kolleginnen und Kollegen für eine Verlängerung des Warnstreiks. Die Streikenden fordern, dass die Tarifverträge der Druckindustrie auch bei Schoder wieder Anwendung finden. Es kann nicht sein, dass ein und der gleiche Unternehmer zwei Druckstandorte so ungleich behandelt. So gelten beim Augsburger Druck- und Verlagshaus die Drucktarife, bei Schoder Druck seit Jahren diese nicht mehr. Lohnerhöhungen werden verweigert oder zeitversetzt bezahlt und Neueinstellungen zu deutlich schlechteren Konditionen eingestellt.

Unerträglich finden die Kolleginnen und Kollegen und ver.di auch die massiven Drohungen gegenüber dem Betriebsratsvorsitzenden. Hier schießt man mit Kanonen gegen Spatzen, so ver.di Sekretär Rudi Kleiber. Jedem kann mal ein Versprecher oder Zahlendreher (2005 – 2015) in einem Interview passieren. Dann gleich eine Abmahnung auszusprechen und mit dem Ausschluss aus dem Betriebsrat und der außerordentlichen Kündigung zu drohen, empfinden die streikenden Kolleginnen und Kollegen als unerträglich. Hier soll ganz offensichtlich ein Exempel statuiert werden, so Rudi Kleiber.

Solidarität von Betriebsseelsorge und Katholischer Arbeitnehmerbewegung!
Erwin Helmer von der Betriebsseelsorge Augsburg unterstützt vollumfänglich die Forderungen der Arbeitnehmer nach einem Tarifvertrag und findet es für unerlässlich, dass die ArbeitnehmerInnen sich mit dem Betriebsratsvorsitzenden solidarisch erklären und sich nicht auseinanderdividieren lassen. Ein Tarifvertrag ist für ihn „eine himmlische Sicherheit für Menschen“, so Erwin Helmer.

So lange die Geschäftsleitung ernsthafte Tarifgespräche mit ver.di weiterhin verweigert, darf sie sich über die Folgen nicht wundern und hat auch die Konsequenzen zu tragen, so ver.di Sekretär Rudi Kleiber.
 
 
 
 
 
 

Freitag, 22. September 2017

Bundesarbeitsgericht hat die Revision der Kläger wegen Jubiläumszahlung zurückgewiesen.

Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat mit seiner Entscheidung vom 20.09.2017 die Revision der Kläger in Sachen Jubiläumszahlung, anlässlich des 250-jährigen Jubiläums zurückgewiesen.

Bis eine schriftliche Begründung des Urteils vorliegt, werden wohl einige Monate vergehen.
Wir werden Euch dann über die Urteilsbegründung informieren.

 
 
 

Donnerstag, 14. September 2017

Warnstreik für Tarifvertrag und verlässliche Arbeitsbedingungen!



Warnstreik bei Schoder Druck!



Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo wir uns nicht mehr alles gefallen lassen, so der Tenor von vielen Kolleginnen und Kollegen bei Schoder Druck in Gersthofen.

Heute war es soweit. Am 12. September legten die Beschäftigten für 24 Stunden die Arbeit nieder und folgten dem Warnstreikaufruf von ver.di.
Eine fehlende Tarifbindung, deutlich niedrigere Löhne und Gehälter, weniger Urlaub und unbezahlte Arbeitszeit bei Neueinstellungen, Verweigerung und Verschiebung von Entgelterhöhungen und zuletzt geforderte massive Verschlechterungen aller Arbeitsverträge brachte dann das Fass zum Überlaufen.

Die breite und überwältigende Antwort der Beschäftigten ist eindeutig: „Wir lassen uns dies nicht mehr gefallen – wir fordern einen Tarifvertrag! 
Weitere Informationen und Bilder unter:



Freitag, 8. September 2017

Ganz aktuell - ver.di Augsburg kompakt September 2017!











Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die neue Ausgabe von ver.di Augsburg ist mit folgenden Themen online geschaltet:

  • Demonstration der ver.di Jugend gegen Rechts
  • Aktuelles von Schoder Druck, Gersthofen
  • Unglaublicher Erfolg bei Lidl in Graben
  • Wählen gehen – Rente stärken!
  • Ver.di Rechtsschutz erstreitet Überstundenzuschläge für Teilzeitkräfte

 Diese Ausgabe findet ihr auch auf unserer Internetseite: www.augsburg@verdi.de  oder



Mit den besten Grüßen
ver.di Bezirk Augsburg