Donnerstag, 15. Juni 2017

Steuergeschenke für Reiche?

Der Bundestagswahlkampf beginnt. CDU/CSU und FDP versprechen wieder Steuergeschenke. Die CDU-Mittelstandsvereinigung will angeblich alle entlasten. Tatsächlich würden hohe Einkommen am stärksten begünstigt. Die Folge wären über 33 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen im Jahr, davon über 11 Milliarden zugunsten der reichsten zehn Prozent. Die FDP fordert sogar bis zu 40 Milliarden Euro im Jahr.

Die Zeche würden alle zahlen, die auf gute öffentliche Leistungen angewiesen sind. Für Schulen und Kitas, Straßen und Nahverkehr, Sport, Freizeit und Kultur wäre dann noch weniger Geld da. Wer wenig verdient, profitiert kaum von Steuersenkungen, leidet aber am stärksten unter den negativen Folgen.

Foto: ver.di
Im vergangenen Jahrzehnt wurden die Steuern der Reichen und Unternehmer bereits stark gesenkt, die Mehrheit aber insgesamt höher belastet. Eine sozial gerechte Steuerreform muss daher gezielt die unteren und mittleren Einkommen entlasten. Personen mit hohen Einkommen und Vermögen müssen wieder einen höheren Beitrag leisten, damit die Schere zwischen Arm und Reich kleiner wird und öffentliche und soziale Leistungen verbessert werden können.

Im Steuerkonzept des DGB entlastet ein auf 11.000 Euro erhöhter Grundfreibetrag über 90 Prozent der Steuerzahler. Ein höherer Spitzensteuersatz und eine Vermögens- und Erbschaftssteuer sorgen für Mehreinnahmen, welche in die Infrastruktur investiert werden können.
 
 
 

Samstag, 10. Juni 2017

Ver.di Augsburg kompakt „Juni 2017“ erschienen


 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

die neue Juni-Ausgabe von ver.di Augsburg kompakt ist mit folgenden Themen erschien:

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof schließt sich Sonntagsallianz an.

-  Streiks im Handel und bei Lidl.

-  Die nächsten Betriebsratswahlen stehen im Frühjahr 2018 an.

-  Mehr Personal in Schwabens Krankenhäusern

-  Ver.di Seniorentag 2017

-  Niedrigrenten und Altersarmut in Deutschland. Österreich zeigt wie es gehen kann.
 
Ver.di kompakt findet ihr unter:  www.augsburg.verdi.de  oder
https://augsburg.verdi.de/++file++59368dc924ac0620a0bf8a0e/download/verdi-augsburg-kompakt-2017-06.pdf

 Mit den besten Grüßen
ver.di Bezirk Augsburg

 
 
 

Mittwoch, 7. Juni 2017

Arbeit auf Abruf!


Modernes Tagelöhnertum – Moderne Sklaverei in Deutschland…


Das Teilzeitgesetz macht hierzulande möglich, was in anderen Ländern verboten ist.
 
 

Freitag, 2. Juni 2017

Solidaritätsstreik im Lidl-Lager in Graben!


 
Verkäuferinnen bekommen Unterstützung von Lidl-Lager Beschäftigten!

Die Beschäftigten im bayerischen Einzelhandel kämpfen seit 2. Mai um eine deutliche Erhöhung ihrer Gehälter. Die Forderung der Beschäftigten die Löhne und Gehälter um 1 Euro die Stunde zu erhöhen ist ein wichtiger Schritt gegen die drohende Altersarmut. Nach zahlreichen stattgefundenen Streiks bekommen heute die Handelsbeschäftigten Unterstützung durch die Beschäftigten des Lidl Lagers in Graben. Diese sind am 2. Juni zu einem ganztägigen Solidaritätsstreik aufgerufen.

 
„Unser Kolleginnen und Kollegen hier bei Lidl zeigen sich heute mit den Handelsbeschäftigten in Bayern solidarisch und unterstützen Sie mit ihrem heutigen Streik bei der Durchsetzung ihrer Forderung. Die drohende Altersarmut der Beschäftigten im Handel ist auch ein großes Thema bei Lidl. Auch hier werden Löhne gezahlt, die die Beschäftigten bei Erreichen der Rente in die Altersarmut stürzen lässt, “ erklärt Thomas Gürlebeck, Streikleiter des ver.di Bezirk Augsburg. „ Pikant ist zudem, dass Lidl den Beschäftigten in Graben gegenüber anderen Beschäftigten bei Lidl bis zu einem Drittel weniger bezahlt. Die Geschäftsführung in Graben behauptet sie seien ein Speditionsunternehmen und wenden daher den Tarifvertrag des Speditionsgewerbes an. Dies hat zur Folge das die Kolleginnen und Kollegen hier in Graben deutlich schlechter gestellt werden wie z.B. die Beschäftigen des Lidl Lagers in Eggolsheim, “ sagt Gürlebeck weiter.


„Die Solidarität der Beschäftigten war und ist das wirksamste Gegenmittel zu der Übermacht der Konzerne im Handel. Deshalb ist diese gelebte Solidarität unserer Kolleginnen und Kollegen bei Lidl ein mutmachendes Zeichen für den Kampf gegen Altersarmut im Handel“, ergänzte Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer für den Einzelhandel in Bayern.

 Thomas Gürlebeck, ver.di Augsburg
 
 
 
 

Sonntag, 28. Mai 2017

Verlag und Druckerei im C.H. Beck Konzern stehen bestens da!



(Erfolgs-) Sonderzahlung auch für die Beschäftigten des Verlags in München.

Auf der im Mai stattgefundenen Betriebsversammlung des Verlags in München verkündete der Verleger Dr. Hans-Dieter Beck, dass das Geschäftsjahr auch im Verlag ein sehr gutes war und die Beschäftigten eine Sonderzahlung von 750 Euro erhalten.
Zudem wurde den Beschäftigten des Verlags in München eine Entgelterhöhung für August 2017 angekündigt, deren Höhe allerdings noch offen ist.

Unglaubliche Arbeitgeber! Geld nur Gegen Geld!
Aktuell finden für den Tarifbereich Buchhandel und Verlage in Bayern (zu dem auch der Verlag C.H. Beck gehört) Tarifverhandlungen statt. Die bay. Arbeitgeber haben den Manteltarifvertrag gekündigt. Entgelterhöhungen soll es nach dem Willen der Arbeitgeber nur geben, wenn die Beschäftigten u. a. Einschnitte beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld akzeptieren. Zur Verhandlungskommission der bay. Arbeitgeber gehört auch der Personalchef des C. H. Beck Verlags. Das heißt, der Verlag C.H. Beck beteiligt sich über ihr Mitglied in der Verhandlungskommission aktiv an der massiven Verschlechterung der Tarifverträge für Buchverlage in Bayern.

 
Auch die Druckerei steht bestens da!
So schnell kann es gehen. Wurde bei den Tarifverhandlungen um einen neuen Tarifvertrag im Jahr 2016 noch auf allerhöchstem Niveau gejammert und gar mit Personalabbau und neuen Werkverträgen gedroht, verkündete der Verleger im Januar 2017 in Nördlingen das zweitbeste Ergebnis der Druckerei. Als Anerkennung für das zweitbeste Ergebnis der letzten 10 Jahre und „als Dank für die geglückte Tarifflucht am Standort Nördlingen“ (Anm. der Redaktion), gab es in Nördlingen für die Beschäftigten eine Sonderzahlung von 400 Euro.

Offen ist nach wie vor für die Druckerei die nächste und längst überfällige Entgelterhöhung. Die letzte Entgelterhöhung für den Bereich der Druckerei gab es am 01.11.2015, jedoch unterschiedlich nach Beschäftigungsgruppen in Höhe von 2,5 Prozent, 2,0 Prozent sowie 0,9 Prozent (Inflationsausgleich).
Die Beschäftigten der Buchbinderei erhalten ab 01.01.2017 eine Entgelterhöhung von 3,0 Prozent, allerdings wurden zum 01.11.2016 die Stundenlöhne um 10,8 Prozent abgesenkt.

Man darf gespannt sein, was sich in Sachen Entgelterhöhung in München und Nördlingen tut…



 

Sonntag, 21. Mai 2017

DRUCK + PAPIER Newsletter


Nach Gutsherrenart

Geschäftsführer der Firmengruppe Appl drangsaliert Betriebsratsvorsitzenden / Vorwurf: unsolidarisch mit der Firma

 Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

 unter dem Link findet ihr den aktuellen DRUCK + PAPIER Newsletter zu o. g. Thema.

 
 
 
 
 
 
 

Mittwoch, 17. Mai 2017

Harte Arbeit verdient kräftige Lohnerhöhungen !

2.500 Streikende gehen im bayerischen Handel auf die Straße
  
Foto: Hubert Thiermeyer

Nürnberg u.a., 16.05.2017. Über 2.500 Beschäftigte aus 90 Betrieben im bayerischen Handel folgten am 16.05.2017 dem Streikaufruf der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). 2.000 Streikende machten sich zur zentralen Streikkundgebung nach Nürnberg auf. Besondere Unterstützung erfuhren die Handelsbeschäftigten vom ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske: „Die Arbeit im Handel ist hart: Personalknappheit, oft unfreiwillige Teilzeit und niedrige Löhne gehören zum Alltag der Beschäftigten, gleichzeitig steigen Umsätze und Gewinne der Unternehmen. Eine kräftige Lohnerhöhung ist mehr als überfällig.“

Aufgerufen wurden Beschäftigte aus ausgewählten Betrieben der Unternehmen Amazon, Adveo, Alliance Healthcare, Dehner, Esprit, Feneberg, H&M, Hugendubel, Karstadt, Kaufhof, Kaufland, Lidl, Marktkauf, MediaMarkt, Metro C&C, netto, Norma, Phoenix Pharmahandel, real,-, Selgros, V-Markt, Wöhrl und Zara.

Als Grund für die bayernweite Streikaktionen nannte ver.di den enttäuschenden Auftakt der Tarifverhandlungen im Einzel- und Versandhandel, im Groß- und Außenhandel, sowie im Buchhandel in Bayern. Die Arbeitgeber machten entweder überhaupt kein Angebot oder legten im Einzelhandel ein Angebot vor, welches deutliche Reallohnverluste für die Beschäftigten bedeuten würden. Die Forderungen nach der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge lehnten sie kategorisch ab.

„Viele Arbeitgeber haben sich aus der sozialen Verantwortung gestohlen. Nur noch 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten im Einzelhandel tarifgebunden, im Groß- und Außenhandel sind es nur noch 21 Prozent. Das muss sich ändern! Wir brauchen all-gemeinverbindliche Tarifverträge, damit die Lohnspirale nach unten gestoppt wird“, erklärte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske auf der Streikkundgebung.
„Sollte sich die Arbeitgeberseite in den nächsten Tarifverhandlungen nicht wesentlich bewegen und gemeinsame Schritte zu mehr Wertschätzung und Anerkennung auch bei den Entgelten und im Kampf gegen die drohende Altersarmut unternehmen, sind wir gezwungen, die Streikaktionen fortzusetzen und auszuweiten“, so Hubert Thiermeyer, ver.di-Verhandlungsführer in Bayern.

Foto: Hubert Thiermeyer

Der Streik um existenzsichernde Tarifverträge bei Amazon geht weiter!

Die Beschäftigten und die Streikleitung bei Amazon in Graben bei Augsburg haben entschieden, dass der Streik bis Donnerstag, 18. Mai (gestreikt wird seit Montag, 15. Mai) verlängert wird.
 
 

Montag, 15. Mai 2017

Ganz aktuell: Streiks bei Amazon in Graben werden unermüdlich fortgesetzt und "Das LIDL-Imperium"




Graben bei Augsburg, 15.05.2017. Seit heute Morgen 5.15 Uhr streiken erneut die Kolleginnen und Kollegen um existenzsichernde Arbeitsbedingungen und gegen die drohende Altersarmut für Tarifverträge bei Amazon, werden. Gerade im Kampf um gute und gesunde Arbeit sind diese existenzsichernden Tarifverträge ein zentraler Schritt.

„Die Beschäftigten bei Amazon leisten Tag ein Tag aus hervorragende Arbeit. Der Amazon Gründer Jeff Bezos ist laut Forbes Liste mittlerweile der dritt reichste Mensch der Welt. Dennoch verwehrt Amazon den Beschäftigten in Deutschland existenzsichernde Tarifverträge. Daher werden die Kolleginnen und Kollegen in Graben heute wieder auf sich aufmerksam machen, dass es nur mehr als gerecht ist, ein Stück vom Amazon Erfolg auch im eignen Geldbeutel zu spüren“, so Thomas Gürlebeck, ver.di Streikleiter in Graben.

Wenn transnationale Konzerne sich Wettbewerbsvorteile auf dem Rücken der Beschäftigten verschaffen, heizt dies den ruinösen Verdrängungswettbewerb im Handel noch weiter an“, so Hubert Thiermeyer, Leiter in ver.di für den Handel in Bayern. „Amazon diktiert aktuell  einseitig die Löhne (wie auch bei C.H. Beck in Nördlingen), überwacht die Beschäftigten und setzt sie gesundheitsschädlichem Leistungsdruck aus. 
 
         

Programmankündigung ZDFzeit "Das LIDL-Imperium"

Am Dienstag, 16.05.2017 um 20.15 Uhr wird über Lidl (Markencheck) im ZDF berichtet. Es wird auch der Konflikt mit der geplanten Kündigung des Kollegen Aytekin (LIDL Betriebsrat) aus Graben bei Augsburg aufgegriffen.
 
 

Sonntag, 7. Mai 2017

Neu auf ver.di TV!


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hier unsere aktuellen Beiträge auf ver.di TV.

Unsere aktuellen Videos zu den Themen:

Umfrage: Warst Du in letzter Zeit im Krankenhaus?
Warst Du in letzter Zeit im Krankenhaus? Hatte man dort genügend Zeit für die Patienten? Was müsste man ändern?
NOCH FRAGEN? ist eine regelmäßig erscheinende Straßenumfrage zu Themen, die uns alle bewegen. Du kannst bestimmen, welche Frage wir stellen. Schreib uns einfach!
verdi.tv@verdi.de oder auf facebook.com/verdi.2.0
http://bit.ly/2oSPrUC

Die Kinderreporter: Was ist Rente?
Gehört haben wir den Begriff alle schon, aber was hat es nun eigentlich genau mit der Rente auf sich? Wer bekommt Rente? Wer bezahlt die Rente? Und wieso bekommen eigentlich nicht alle die gleiche Rente? Lissi und Edda machen sich auf die Suche nach Antworten.
http://bit.ly/2pQQzEC

Violas Werbeblog für die Selbstverwalter-Sozialwahlen 2017
Alle sechs Jahre finden Sozialwahlen statt, gerade ist es wieder so weit. Dabei geht es um die Wahl der Selbstverwaltungsorgane bei den gesetzlichen Sozialversicherungsträgern. Viola, die Versichertenälteste erklärt, was es damit auf sich hat, was eine Urwahl, was eine Friedenswahl ist, und warum manche Versicherte zwei Wahlbriefe erhalten und andere gar keinen.
http://bit.ly/2prmwG4

Diese und viele andere interessante Filme rund um das Thema Arbeit und Gewerkschaft gibt es in unserer Mediathek zu sehen:
https://www.verdi.de/verditv

Wir freuen uns über Verbreitung via Facebook, Twitter & Co. und über Anregungen und Hinweise auf interessante Aktionen und Themen.


Viele Grüße,
Eure ver.di TV-Redaktion
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ver.di Bundesverwaltung
Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
 
 
 
 

Dienstag, 2. Mai 2017

Spielraum nach oben


 

Die Lohnkosten hierzulande liegen im EU-Vergleich auf Platz 7, also im oberen Mittelfeld. Gleichzeitig weist Deutschland den weltweit größten Exportüberschuss auf.

Für 240 Milliarden Euro, fast acht Prozent der Wirtschaftsleistung, wurden im Jahr 2016 mehr Güter und Dienstleistungen an das Ausland verkauft als von dort gekauft. Das ist nicht gut, sondern ein Problem. Denn die Überschüsse der einen sind die Defizite und die Verschuldung der anderen.

Zu hoch sind die Löhne bei uns also nicht. Im Gegenteil. Mit höheren Löhnen könnten wir mehr Güter und Dienstleistungen aus dem Ausland kaufen, z.B. aus Defizitländern wie Griechenland. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit ist nicht gefährdet, sondern übermäßig.

Besonders niedrig sind die Löhne im Dienstleistungsbereich, mehr als 20 Prozent geringer als in der Industrie. Hier gibt es Nachholbedarf. In den anderen Ländern ist der Abstand viel kleiner. In manchen sind die Dienstleistungslöhne sogar höher als in der Industrie.

Die prozentualen "Lohnnebenkosten" der Arbeitgeber liegen bei uns unter dem EU-Durch-schnitt. Das macht Druck auf andere Länder, die Sozialbeiträge zu senken. Besser wäre, wenn die Arbeitgeber bei uns endlich wieder die Hälfte der Beiträge zahlen. Anderswo zahlen sie sogar mehr als das. Dann würden auch höhere Beitragsätze zur Finanzierung von besseren Renten die Beschäftigten wenig belasten. Deutschland kann es sich leisten.